{"id":1431,"date":"2021-01-17T21:31:16","date_gmt":"2021-01-17T21:31:16","guid":{"rendered":"http:\/\/die-erle.de\/?p=1431"},"modified":"2021-01-17T23:17:01","modified_gmt":"2021-01-17T23:17:01","slug":"e-mobilitaet-darf-nicht-nur-an-einem-netz-haengen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/die-erle.de\/?p=1431","title":{"rendered":"E-Mobilit\u00e4t darf nicht nur an einem Netz h\u00e4ngen"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Vorstellung von E-Mobilit\u00e4t verbindet sich im politischen Raum mit Bildern von Karossen, die schon in der Ansicht sich kaum von dem unterscheiden, was wir durch die gegenw\u00e4rtigen Verbrenner auf unseren Stra\u00dfen wiederfinden. Fahrzeuge, die in Komfort und Design alter Gewohnheit treu bleiben. Damit sind der Wirtschaft und Automobilindustrie auch zuk\u00fcnftig die erhofften Gewinne sicher. Diese Vision in den K\u00f6pfen der Planer k\u00f6nnte aber vom Verhalten der Verbraucher schnell ver\u00e4ndert werden, wenn sich die sozio\u00f6konomischen Rahmenbedingungen \u00e4ndern. Denn wer heute davon ausgeht, dass nach der derzeitigen Pandemie in alten Fahrwassern alles nach altem Muster fortgef\u00fchrt werden kann, der verl\u00e4\u00dft sich allein auf Hoffnung. Zwei Faktoren werden wohl langfristig unser Leben ver\u00e4ndern. Sie sind unmittelbare Folge der jetzigen Krise und setzen eine Spirale in Gang, die zum Ausbau der lang beschworenen Digitalisierung f\u00fchrt. Die nun gemachten Erfahrungen mit Heimarbeit und digitaler Vernetzung werden neue Selbstverst\u00e4ndlichkeiten bilden, die kurze Berufswege und neue Freizeitgewohnheiten beinhalten. Der Bedarf an schweren und energiedurstigen Verbrauchern wird schon bedingt durch knapper werdende Ressourcen im st\u00e4dtischen Raum und die klimabezogenen Notwendigkeiten zur\u00fcckgehen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"575\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/die-erle.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/83d17522-b32a-42c2-9e35-226c9af26cb8-575x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1449\" srcset=\"http:\/\/die-erle.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/83d17522-b32a-42c2-9e35-226c9af26cb8-575x1024.jpg 575w, http:\/\/die-erle.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/83d17522-b32a-42c2-9e35-226c9af26cb8-169x300.jpg 169w, http:\/\/die-erle.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/83d17522-b32a-42c2-9e35-226c9af26cb8-768x1367.jpg 768w, http:\/\/die-erle.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/83d17522-b32a-42c2-9e35-226c9af26cb8-863x1536.jpg 863w, http:\/\/die-erle.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/83d17522-b32a-42c2-9e35-226c9af26cb8.jpg 899w\" sizes=\"(max-width: 575px) 100vw, 575px\" \/><figcaption>Elektrofrosch, hier ein Quad, im Stra\u00dfenbild. An den Ma\u00dfen der Stra\u00dfenkennzeichnung ist der geringe Platzbedarf offensichtlich. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die St\u00e4dte f\u00fchlten sich in den letzten Jahren oft als Getriebene. Als Reaktion auf von Umweltverb\u00e4nden initiierten Klagen mussten st\u00e4dtebauliche Umgestaltungen vorgenommen werden. Gerichte, nicht die Politik, zwangen zu Aktionen, die, weil oft halbherzig und ideenlos weitere Einschr\u00e4nkungen und Konflikte befl\u00fcgelten. So wurden, nicht ohne Schnalzen der \u00f6rtlichen Energielieferanten, flugs Lades\u00e4ulen ins Stra\u00dfenbild gepflanzt, die ihrerseits den knappen Parkraum im Stadtbild weiter vermindern. Nicht ausreichend, wenn der Trend zum Elektroauto anh\u00e4lt und schon jetzt \u00c4rgernis, weil die Stellpl\u00e4tze von Verbrennern zugeparkt werden. Fahrradwegsausbau ber\u00fccksichtigt zu h\u00e4ufig die reinen Freizeitgewohnheiten und Radwege auf Alltagsstrecken fehlen oder f\u00fchren zu Konflikten mit dem bisherigen Nutzern. Die Frage, ob langfristig das Fahrrad tats\u00e4chlich auch wieder den Berufsverkehr erobern kann, entscheidet sich auch nicht durch Aktionen von Politikern, die demonstrativ das Rathaus mit dem Fahrrad ansteuern. Der Bedarf mu\u00df vom B\u00fcrger selbst bestimmt werden und dort lassen sich Tendenzen erkennen, die durch Entwicklungen in anderen L\u00e4ndern bereits heute ablesbar sind. Bestimmt ist diese Erscheinung mit einem Trend zu kleineren Fahrzeugen, die am individuellen Nutzen orientiert gebaut werden. Das Auto f\u00fcr den kleinen Alltagsverkehr braucht weniger Raum, weniger Triebkraft und weniger \u00fcberfl\u00fcssigen Luxus. Daf\u00fcr sollte es g\u00fcnstig im Unterhalt und auch preisg\u00fcnstig zu erwerben sein. Reine Zweir\u00e4der haben den Nachteil des fehlenden Wetterschutzes. Die Erinnerung an fr\u00fchere Kabinenroller und die Beispiele asiatischer Elektromobile im Kleinformat bringen heute Alternativen auf die Stra\u00dfe, die vermehrte Akzeptanz in allen Altersklassen finden k\u00f6nnten. Pioniere dieser Alternativen sind bereits in den Startl\u00f6chern und stehen einer sich stark mehrenden Nachfrage gegen\u00fcber. Dabei sind sie im Stra\u00dfenverkehr eigentlich schon jetzt nicht mehr ungew\u00f6hnlich, denn der Klassiker Piaggio vertreibt schon seit langer Zeit seine unterschiedlich gestalteten Kabinenroller als Dreiradversion. Allerdings unterschieden sich diese Fahrzeuge lange nicht von der ung\u00fcnstigen Umweltbilanz ihrer Vespaverwandten, bei denen allerdings heute auch Elektrovarianten angeboten werden. Interessant dann das Erscheinen von Elektrofahrzeugen in Kabinenbauweise, aus Asien importiert und sogar von einer Kaufhauskette vertrieben. Immerhin aber zu Preisen, f\u00fcr die auch noch ein gebrauchter Verbrenner erworben werden konnte. Aufgemischt wurde der Markt dann von einer Berliner Firma, die das importierte Gef\u00e4hrt als &#8222;Elektrofrosch&#8220; brandete. Gleich in den unterschiedlichsten Ausfertigungen, vom langsam fahrenden Roller, der auch f\u00fcr Fahrradwege zugelassen ist, bis zum locker 45-50 km\/h fahrenden Gef\u00e4hrt, das sowohl mit Ladefl\u00e4che, Laderaum, als sportlicher Zweisitzer, oder gar als Wohnmobil f\u00fcr den Nahraum erh\u00e4ltlich ist. <\/p>\n\n\n\n<p>All diesen Fahrzeugen ist zueigen, dass sie mit gew\u00f6hnlichem Haushaltsstrom \u00fcber herk\u00f6mmliche Bleigelakkus geladen werden k\u00f6nnen. Zur Ladung mit Haushalts- oder Solarstrom reicht ein \u00fcbliches Stromkabel und Reichweiten zwischen 70 und 125 km sind m\u00f6glich. Vermag es der Eigner vor seinem Hause zu parken, ben\u00f6tigt er keine raumfressenden Lades\u00e4ulen, die derzeit monopolartig von wenigen Betreibern angeboten werden. Wer vollst\u00e4ndig mit \u00d6kostrom arbeiten will, hat bei den bisherigen S\u00e4ulen wenig Kontrolle \u00fcber die Herkuft des angebotenen Stroms und kaum Ausweichm\u00f6glichkeiten. Mit der einfachen Steckdose dagegen kann der Verbraucher seinen Einflu\u00df auf die Energiebeschaffung nehmen. Dabei ist der Verbrauch sehr sparsam, 100 km werden kaum \u00fcber einen Euro zu Buche schlagen. Steuer? T\u00dcV-Geb\u00fchren? Fehlanzeige. Lediglich eine Haftpflichtversicherung wie bei jedem Moped erfordern diese Fahrzeuge. Dann kommt der Aufmerksamkeitsfaktor, denn diese Winzlinge ziehen immer noch Blicke auf sich. Das k\u00f6nnte sich aber bald \u00e4ndern, wenn diese Mobile vom Verbraucher mit all ihren Vorteilen erkannt und im Alltag vermehrt integriert werden. Mit ihrer geringen Breite lassen sie sich bequem auf Motorradparkpl\u00e4tzen abstellen. Auch ansonsten findet sich mit den relativ kurze L\u00e4ngen schneller eine Parkl\u00fccke, und die m\u00f6gliche Ausstattung mit einer R\u00fcckfahrkamera stellt schon eine gewisse Bequemlichkeit in der Handhabung dar. Als besonders &#8222;hip&#8220; d\u00fcrften dann die Exemplare auffallen, die bereits mit einem Solarteil auf dem Dach einen Anteil der Verbrauchsenergie gleich selbst erzeugen. \u00dcberhaupt ist dem Gestaltungswillen rund um diese Fahrzeuge gro\u00dfer Raum gegeben. Als Lastentransporter ebenso, wie als Verkehrsmittel im Berufsverkehr, wenn der Radius und Streckenzustand es zulassen. Aber auch hier wird eine zuk\u00fcnftige Hybridsituation, die die Zuschaltung eines sparsamen und leichten Verbrenners erm\u00f6glicht, den Radius f\u00fcr den Notfall bei nicht ausreichender Strommenge vergr\u00f6\u00dfern. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/die-erle.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/4b8fbb3e-d648-40dd-8338-1a97dda4bf55-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1443\" srcset=\"http:\/\/die-erle.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/4b8fbb3e-d648-40dd-8338-1a97dda4bf55-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/die-erle.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/4b8fbb3e-d648-40dd-8338-1a97dda4bf55-300x225.jpg 300w, http:\/\/die-erle.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/4b8fbb3e-d648-40dd-8338-1a97dda4bf55-768x576.jpg 768w, http:\/\/die-erle.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/4b8fbb3e-d648-40dd-8338-1a97dda4bf55-1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/die-erle.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/4b8fbb3e-d648-40dd-8338-1a97dda4bf55-1200x900.jpg 1200w, http:\/\/die-erle.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/4b8fbb3e-d648-40dd-8338-1a97dda4bf55.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Bis zu 50 Stundenkilometer schafft dieser Quad. Ausreichend, um bei den meisten Strecken des innerst\u00e4dtischen Verkehrs &#8222;mitflie\u00dfen&#8220; zu k\u00f6nnen. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Fragen an die Kommunen werden aber bleiben. Warum hat man nicht die Bereitstellung von Lades\u00e4ulen auf private Fl\u00e4chen begrenzt? Aral und Esso bedienen ihre Kunden ja auch nicht auf dem \u00f6ffentlichen Verkehrsraum. In Skandinavien findet man Elektrolades\u00e4ulen auf Parkpl\u00e4tzen von Gesch\u00e4ften und Einkaufszentren. Deren Parkpl\u00e4tze stehen auch bei uns weitgehend nachts leer. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch wird es notwendig werden, im Vorfeld von Mietsh\u00e4usern eine Au\u00dfenf\u00fchrung von leichten Stromkabeln zu planen. Besitzer von Eigenheimen und bei H\u00e4usern mit vorgelagerter Parkbucht sind da bereits im Vorteil. <\/p>\n\n\n\n<p>Und gleicherma\u00dfen sind Tempobegrenzung und \u00dcberwachung f\u00fcr Rad- und Kleingef\u00e4hrtfahrer lebenswichtig. Rennstrecken in St\u00e4dten beschleunigen in der Regel ohnehin nicht den Verkehrsfluss, Ampeljagerei ist lediglich eine gef\u00e4hrliche Vergeudung von Verbrennungsenergie und suggeriert Fahrern eine Pseudosportlichkeit, die immer zu Lasten der Allgemeinheit geht. <\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ebenfalls ung\u00fcnstig Garagen zu planen, deren Zufahrten infolge enger Steigungswinkel gro\u00dfen Energiebedarf abfordern. Elektrofahrzeuge bew\u00e4ltigen diese zumeist, die geleistete &#8222;Arbeit&#8220; ist hier aber verlorene Energie. <\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Firma <a href=\"http:\/\/elektrofrosch-berlin.de\" data-type=\"URL\" data-id=\"elektrofrosch-berlin.de\">elektrofrosch-berlin.de<\/a> werden wir 2021 den Einsatz dieser Kleinmobile sowohl im st\u00e4dtischen, als auch im l\u00e4ndlichen Bereich testen und fortlaufend berichten. <\/p>\n\n\n\n<p>Hans-Joachim Steinsiek<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vorstellung von E-Mobilit\u00e4t verbindet sich im politischen Raum mit Bildern von Karossen, die schon in der Ansicht sich kaum von dem unterscheiden, was wir durch die gegenw\u00e4rtigen Verbrenner auf unseren Stra\u00dfen wiederfinden. Fahrzeuge, die in Komfort und Design alter Gewohnheit treu bleiben. Damit sind der Wirtschaft und Automobilindustrie auch zuk\u00fcnftig die erhofften Gewinne sicher. 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