Kommentare und Berichte zum Kulturleben

Kommentare und Berichte aus der Kultur

Drucken

MIR Gelsenkirchen - Steigerungszahlen trotz Einsparungszwängen

 Einsparungen im Kulturbereich sind landesweit auf der Tagesordnung. Mit jedem Einschnitt werden Ängste und Befürchtungen im öffentlichen Raum laut, daß Kostenbegrenzungen zum Kulturverlust führen. In Gelsenkirchen lässt sich ein interessantes Beispiel einvernehmlicher Kulturarbeit beobachten. Anstieg der Zuschauerzahlen und hohes Qualitätsniveau trotz des Spardiktats im öffentlichen Haushalt.

Michael Schulz benutzt das Bild einer Zitrone, die noch sauer, aber noch nicht bitter schmecke. Man sei sicherlich an einer Grenze angekommen, die nicht ohne Qualitätseinbuße überschritten werden könne, aber dank eines überaus guten Verhältnisses zur Stadtverwaltung habe man die auferlegten Einsparungen ohne Wunden überleben können. Dies lag wohl auch an dem Einnahmeanstieg infolge einer höheren Zuschauerzahl. 33 Prozent Einnahmeanstieg, die höchste Zuschauerzahl seit vielen Jahren für das Kleine und Große Haus in der Spielzeit 2010 / 2011. Und dieses Wachstum hält an.

Populäre Dauerbrenner wie die ständig ausverkauften Vorstellungen der Comedian Harmonists und die ausgewogene Breite des Angebots sind Bausteine des Erfolgs. 25 Prozent Steigerung im Bereich Ballett stellen dabei einen überregionalen Spitzenwert dar.

Wir sprachen mit dem Generalintendanten Michael Schulz über das gegenwärtige Angebot des MIR...

Dabei ist die Belastung des Hauses nicht unerheblich. Eine Million Euro in 2013, keine Kleinigkeit für das Haus, daß mit seinen Mitarbeitern dem Leitbild "Rundumerlebnis Theater" in vielen Details der Kundenversorgung gerecht zu werden versucht. Eine moderate Preiserhöhung war natürlich nicht zu vermeiden, aber die den Kunden erwartenden Gegenleistungen lassen das Haus auch für Besucher der Nachbarstädte attraktiv erscheinen. Kostenlose Parkplätze, kostenloser Transport im öffentlichen Nahverkehr, kostenlose Garderobe und Programmhefte neben Premiereneinführungen und Publikumsgesprächen erwarten die Besucher. Wenn es dem Hause gelingt diesen Zuspruch zu sichern braucht jedenfalls keiner der 250-260 Mitarabeiter möglichen Stellenabbau fürchten. Erfolg ist wohl auch in der Kunst eine Triebfeder für Leistung.

(stk., Ton u. Bild: erle)

 

 



Drucken

90. Jubiläum des Essener Folkwang-Museumsvereins

Der Essener Folkwang-Museumsverein feiert sein 90. Jubiläum. Zu diesem Anlass veröffentlicht der Verein in der Edition Folkwang ein Buch unter dem Titel: "Sammlerfleiß und Stiftungswille, 90 Jahre Folkwang-Museumsverein - 90 Jahre Museum Folkwang.", das im Steidl Verlag erhältlich ist. 

Die Geschichte des Museumsvereins durchlief die schmerzliche Periode der NS-Zeit, in der das Folkwangmuseum von den Nazis geplündert wurde. Zu der Feierlichkeit des Jubiläums ist Peter Grunebaum aus New York angereist, der in der Vorkriegszeit in Essen-Bredeney geboren wurde. In bewegenden Worten schilderte der Großneffe von Georg Hirschland seine Familiengeschichte. 

Der derzeitige Vorstandsvorsitzende des Folkwang-Museumsvereines, Dr. Achim Middelschulte verweist auf den 1922 zwischen den Stiftern und der Stadt Essen geschlossenen Vertrag. "Er ist die Basis einer erfolgreichen Partnerschaft", die zu erhalten das vorrangige Ziel sei.

Bekanntlich gab es in der jüngeren Vergangenheit Diskussionen über den von der Stadt unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen zu leistende Personalbeitrag. Das Museum wurde vor 2010 durch eine Stiftungsspende ausgebaut.

Auf unserem Bild: (v. li.) Peter Grunebaum, Tobia Bezzola (künftiger Direktor des Museums) und Achim Middelschulte (Vorsitzender des Folkwang-Museumsvereins.

(stk., Foto: Armin Thiemer)

 

 

Drucken

"...dass endlich die Chemie stimmt!" - Essener Generalmusikdirektor der Öffentlichkeit vorgestellt

Es klingt, als beginne eine neue Epoche in Essens Kunstlandschaft...

Drucken

Linie 118, eine nicht unproblematische Filmstudie

Ein Plädoyer gegen Fremdenhass und Vorurteil sollte es werden, der Kurzfilm Linie 118, den Jugendliche drehten und der gestern im Essener Cinemaxx-Kino seine Premiere feierte. Doch Vorurteilsfreiheit ist ein schwieriges Geschäft...

Drucken

Wenn das Kapital die Kunst verlässt...

"Brought to you by Deutsche Bank....", bis zur Jahresfrist. Danach ist das Museum Deutsche Guggenheim in Berlin geschlossen. Sponsoren begründen nicht nur Museen, sie schließen sie auch. Der vielbeschworene "Moralische Kapitalismus" schmückt sich gern mit der Kunst. Für die Kultur, die auf Kontinuität baut, eine schwierige Ehe...