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100.000 Besucher in der Ausstellung "Im Farbenrausch – Munch, Matisse und die Expressionisten"



Am 23. November 2012 konnte das Museum Folkwang den 100.000sten Besucher in der Ausstellung Im Farbenrausch – Munch, Matisse und die Expressionisten begrüßen. Heinrich Ihln und Karin Reininghaus-Ihln aus Essen waren sehr überrascht, als Ihnen der Essener Kulturdezernent Andreas Bomheuer zusammen mit Dr. Stephan Muschick (RWE) einen Blumenstrauß und Katalog der Ausstellung überreichte.
Die Ausstellung zeigt insgesam 146 Gemälde und 7 Skulpturen, die aus Australien, USA, Israel, Russland, Europa und Deutschland im Museum Folkwang noch bis zum 13. Januar 2012 zu sehen sind.
Geöffnet ist die Ausstellung zu folgenden Zeiten:
Montags geschlossen
Dienstag bis Sonntag 10 Uhr bis 20 Uhr
Freitags 10 Uhr bis 22.30 Uhr
Weitere Informationen unter: www.folkwang-im-farbenrausch.de
Bildunterschrift: v.l.n.r.
(stk., ü.Pm., auf dem Foto: Andreas Bomheuer (Kulturdezernent Essen), Karin Reininghaus-Ihln, Heinrich Ihln, Stephan Muschick, Foto: RWE)

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Wiedereröffnung des Museums Adlerturm in Dortmund

Dortmund öffnet wieder das Museum Adlerturm  mit einer Daueraustellung zur Stadtgeschichte.


Der Adlerturm - Wohlbekannt und doch geheimnisvoll


Die Wiedereröffnung des Museums Adlerturm am 4. November 2012 ist für die Denkmalbehörde der Stadt Dortmund in dreifacher Hinsicht Anlass zur Freude: Zum Einen zeigt die überarbeitete Dauerausstellung des Museums Funde aus den letzten großen Ausgrabungen, die unter der fachlichen Leitung der Denkmalbehörde durchgeführt worden waren. Zum Anderen richtet sich das Museum mit seinen Themen mittelalterliche Stadtgeschichte und Archäologie fortan gezielt an Kinder und Jugendliche. Und nicht zuletzt wird ein bedeutendes Bodendenkmal in den öffentlichen Fokus gerückt – gemeint sind natürlich die jahrhundertealten Fundamente des Adlerturms, die sich unter dem 20 Jahre alten Museumsturm befinden. Für die städtischen Denkmalpfleger lag die Entscheidung daher nahe, den einstigen Wachturm am Ostwall als Denkmal des Monats November 2012 vorzustellen.


Geschichtsspur im Stadtbild


Von der langen und reichen Geschichte Dortmunds zeugen nicht nur Schriftquellen im Stadtarchiv oder die prächtigen Altäre der Innenstadtkirchen. Auch der Wallring, der die Dortmunder City als Hauptverkehrsweg umschließt, ist ein wichtiges Indiz für die Größe und Bedeutung der einstigen Hansestadt und einzigen freien Reichsstadt in Westfalen. Er folgt nämlich den im Boden verborgenen Grundmauern der alten Stadtbefestigung, die besonders aufgrund ihrer stadtgeschichtlichen Bedeutung seit dem Jahr 1990 unter Denkmalschutz steht. Ein Kranz von insgesamt 14 Türmen und sechs Torwerken mit Tortürmen hatte die Stadt über Jahrhunderte umgeben und vor Angriffen von außen geschützt. In den Jahrzehnten nach dem Verlust der Reichsunmittelbarkeit im Jahre 1803 wurde die gesamte Stadtbefestigung bis auf die Grundmauern abgetragen, um eine großzügige Promenade um die Stadt anlegen zu können. Bei Erdarbeiten am Wall ist daher immer mit archäologischen Funden zu rechnen. So war es auch 1983, als man bei Kabelbauarbeiten auf Reste eines Wachturmes, des so genannten Adlerturmes, stieß.

Neue Erkenntnisse über einen alten Bekannten


Bekannt war der Adlerturm schon lange durch Detmar Mulher, der Dortmund um 1610 in einer Ansicht von Süden festhielt. Dort sieht man einen halbzylindrischen Turm mit einem Spitzkegeldach, der an die Stadtmauer angrenzt und diese um ein Mehrfaches überragt. Bekrönt wird er von einem Adler - dem Wappentier der freien Reichsstadt. Die archäologischen Untersuchungen ergaben, dass der Adlerturm erst 100 Jahre nach dem Bau der Stadtmauer, nämlich um 1300, an diese angebaut wurde. Man errichtete ihn aber in der gleichen Schalentechnik: Den Raum zwischen zwei Quadermauern füllen Mörtel und Bruchsteine, um so eine dicke haltbare Wand zu erhalten. Wie bei der Stadtmauer war auch beim Adlerturm die nach außen gerichtete Quadermauer, also die Schauseite, besonders sorgfältig und gleichmäßig gearbeitet. Sein maximaler Durchmesser betrug 12,80 Meter, die Fundamente sind bis in die Tiefe von 6,50 Metern erhalten.


Aufschlussreiche und geheimnisvolle Funde


Die Ausgrabungen im Adlerturm im Jahr 1990 erbrachten den Archäologen sowohl neue Erkenntnisse als auch rätselhafte Funde: Schlackenreste und Abfälle bezeugen hier den Sitz einer metallverarbeitenden Werkstatt vor dem Bau der Stadtmauer. Diese nutzte einen Bach, der später den Stadtgraben am Fuß der Mauer füllte. Zudem geben vielfältige Funde, wie Keramikreste, Scheren, Kämme, Münzen, Spielsteine oder Würfel, Einblicke in den Alltag der Menschen bis ins 17. Jahrhundert. Spektakulär war der Fund des Skeletts eines etwa 60jährigen Mannes, der kurz nach dem Bau des Adlerturmes dort regelrecht verscharrt worden sein muss. War man zunächst von einem Mord ausgegangen, zeigten die anthropologischen Untersuchungen, dass der anscheinend wohlhabende Mann eines natürlichen Todes gestorben war. Umso rätselhafter bleibt sein Grab im Turmfuß. Zu den geheimnisvollen Funden zählen auch bis heute die aufgefundenen Handknochen eines weiteren Mannes. Welches Schicksal hatte ihn im Adlerturm ereilt, dass die Überreste seiner Hand mehrere Jahrhunderte später hier aufgefunden wurden?


Original und Nachbildung


Im Gegensatz zu den originalen Fundamenten des Adlerturmes, die erst bei näherer Betrachtung auffallen, ist die Nachbildung des Turmes aus den 1990er Jahren inzwischen ein vertrauter Anblick im Dortmunder Stadtbild. Die heutige Situation ist nicht zuletzt dem damaligen Initiator und Vorkämpfer des rekonstruierenden Wiederaufbaus, dem bedeutenden Heimatforscher Heinrich Scholle, zu verdanken. Denn der Neuaufbau des Adlerturms war durchaus umstritten. Es standen zwei Meinungen einander gegeneinander: Sollte man einen rekonstruierenden Wiederaufbau wagen, obwohl das genaue Aussehen des Turms nicht bekannt war? Oder sollten nur die ausgegrabenen Grundmauern des Turmes gesichert werden? Letztlich fand sich ein Kompromiss: Das Bodendenkmal wurde für jeden sichtbar erhalten und darüber ein scheinbar „schwebender Turm“, der optisch der Zeichnung von 1610 nachempfunden wurde, aufgeständert. Seine Lasten werden, vorbei an dem originalen Fundament, über 19 Betonstützen abgetragen. Und noch mehr, das Bodendenkmal wurde zugleich das wichtigste Exponat der hier eingerichteten Zweigstelle des Museums für Kunst und Kulturgeschichte.

Heimat für aktuelle archäologische Funde


Das Museum Adlerturm, das mit seiner Wiedereröffnung als Kindermuseum sein 20. Jubiläum feierlich begeht, zeigt seit jeher auch archäologische Funde aus dem Dortmunder Stadtkern. Ab November werden auch Objekte der jüngsten Ausgrabungen zu sehen sein, wie der Ausgrabung an der Petri-Kirche oder auf dem Gelände der heutigen Thier-Galerie. Zur Vermittlung der geschichtsträchtigen Themen bedient sich das Kindermuseum Adlerturm kindgerechter Figuren der Dortmunder Stadtgeschichte. Agnes von der Vierbecke, der Heilige Reinoldus und der Bürgermeister Hermann Klepping nehmen die jungen Besucher quasi an die Hand und führen sie durch die jeweilige Etage. Am 4. November um 11.30 Uhr geht es los. Die Stadt Dortmund lädt dann im Rahmen einer Eröffnungsveranstaltung in der Berswordt-Halle und vor dem Museum Adlerturm zum Sehen, Staunen und Lustwandeln ein. Für die Öffentlichkeit ist der Adlerturm an diesem Tag von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

(stk., ü.Pm. Stadt Dortmund, Foto: Denkmalbehörde Dortmund)

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